Kostenloses Wertpapierdepot - meist nicht ohne Gebühren
Der Wertpapierhandel ist eines der wesentlichen Geschäftsfelder im Bankenwesen.
Spätestens seit dem New-Economy-Hype um die Jahrtausendwende ist der Aktienhandel auch bei Kleinanlegern populär geworden. Da viele Anleger dort, wo sie ihr Aktiendepot führen, oft auch ein Tagesgeldkonto einrichten, sind diese Anleger für Geldinstitute eine besonders interessante Zielgruppe.
Generell berechnen Broker beim Aktienhandel für jede Dienstleistung Gebühren. Zunächst fallen Ordergebühren beim Kauf oder Verkauf einer Aktie an. Das Ändern einer Order, das Einrichten eines Limit oder eine spätere Limitänderung sind ebenfalls gebührenpflichtig. Zum Jahresende werden die eigentlichen Depotgebühren fällig, die sich aus einem festgelegten Prozentsatz des Depotgesamtwertes berechnen. Wechselt ein Anleger sein Depot zu einem neuen Anbieter, fallen nochmals Gebühren an.
Die Gesamthöhe der anfallenden Order- und Depotgebühren entscheidet mit darüber, wie erfolgreich sich das Wertpapier-Depot eines Anlegers entwickelt und sind ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung, für welchen Broker sich ein Anleger entscheidet.
Viele Geldinstitute werben deshalb mit einem kostenlosen Aktiendepot. Dabei verzichten sie in erster Linie auf die Jahres-Depotgebühren, die normalerweise in der Größernordnung von deutlich weniger als einem halben Prozent der Gesamteinlage liegen. Zur Anwerbung neuer Depotinhaber bieten die Broker oft an, bei einem Depotwechsel die anfallenden Transferkosten zu übernehmen.
Solche kostenlosen Wertpapierdepots sind dennoch nie ganz gebührenfrei: Orderkosten fallen immer an. Gerade Kleinanleger sind deshalb gut beraten, die Gebührenstruktur verschiedener Broker genau zu vergleichen.
